Adapterplatine PluX22-Decoder neben einem Lokdecoder

PluX22 und 21MTC: Decoderschnittstellen und Belegung erklärt

Wer eine Lok digitalisiert, stößt fast immer auf zwei Begriffe: PluX22 und 21MTC. Beide sind genormte Decoderschnittstellen – der Decoder wird einfach eingesteckt statt verlötet. Hier erklären wir, wie sich die beiden unterscheiden, wie die Kontakte belegt sind und worauf Sie beim Einbau achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beide Schnittstellen haben 22 Kontakte im 1,27-mm-Raster; Pin 11 fehlt als Verpolschutz.
  • PluX22: alle Funktionsausgänge sind verstärkt – Lampen und LEDs (mit Vorwiderstand) lassen sich direkt anschließen.
  • 21MTC: AUX3 bis AUX6 liefern nur Logikpegel; dafür eignet sich die Schnittstelle auch für Wechselstrommotoren.
  • Ohne Schnittstelle in der Lok hilft eine Adapterplatine – einmal anlöten, danach Decoder nur noch stecken.

Was ist eine Decoderschnittstelle?

Eine Decoderschnittstelle ist ein genormter Steckplatz auf der Platine im Fahrzeug. Gleis, Motor, Licht, Lautsprecher und weitere Funktionen liegen dort immer an denselben Kontakten. Dadurch passt jeder Decoder mit der gleichen Schnittstelle – egal von welchem Hersteller – und lässt sich später ohne Lötkolben tauschen. Festgelegt sind PluX in der NEM 658 und 21MTC in der NEM 660 des europäischen Modellbahnverbands MOROP; die ausführlichen technischen Details stehen in den Normen RCN-122 und RCN-121 der RailCommunity.

PluX22 und 21MTC im Vergleich

PluX22 · NEM 658

  • Decoder trägt die Stifte, das Fahrzeug die Buchse
  • Licht vorne/hinten und AUX1–7, alle verstärkt
  • für Gleichstrommotoren (auch Glockenanker)
  • Decoder max. 30 (35) × 16 × 6 mm

21MTC · NEM 660

  • Decoder trägt die Buchse, das Fahrzeug die Stifte
  • AUX1–2 verstärkt, AUX3–6 nur Logikpegel
  • für Gleichstrom-, Glockenanker- und Wechselstrommotoren
  • Decoder max. 30 × 15,5 × 6,5 mm

Die wichtigste praktische Folge: Bei PluX22 können Sie Lampen oder LEDs (mit Vorwiderstand) direkt an alle Ausgänge anschließen. Bei 21MTC liefern AUX3 bis AUX6 nur ein Logiksignal von höchstens 0,5 mA; das Fahrzeug braucht dafür eine Verstärkerschaltung auf der eigenen Platine, oder Sie wählen einen Decoder mit verstärkten Ausgängen.

Belegung der Kontakte

Wählen Sie die Schnittstelle, um die Belegung aller Kontakte zu sehen:

PluX22-Belegung nach NEM 658

1GPIO_C3ZBCLK5GND7F0_f9U+11Index13F0_r15LS_A17LS_B19AUX421AUX62AUX34ZBDATA6Cap+8Motor +10Motor −12Schiene R14Schiene L16AUX118AUX220AUX522AUX7

GleisMotorLichtAusgang, verstärktLogikpegel / ZugbusLautsprecherVersorgungIndex

Schematische Anordnung der 22 Kontakte in zwei Reihen; Pin 11 fehlt als Verpolschutz. PluX16 nutzt die Kontakte 3 bis 18.

Adapterplatine PluX22-Decoder neben einem Lokdecoder
Unsere Adapterplatine PluX22 mit Decoder
PinAnschlussBedeutung
1GPIO_CEin-/Ausgang mit Logikpegel, z. B. Radsensor
2AUX3Ausgang 3, verstärkt
3ZBCLK / GPIO_AZugbus-Takt oder Ein-/Ausgang (Logikpegel), z. B. Servo
4ZBDATA / GPIO_BZugbus-Daten oder Ein-/Ausgang (Logikpegel)
5GNDDecoder-Minus
6Cap+Plus für Pufferkondensator
7F0_fLicht vorne (Spitzensignal vorwärts)
8Motor +Motor (bei Funktionsdecodern verstärkter Ausgang)
9U+Decoder-Plus (gemeinsamer Plus der Funktionen)
10Motor −Motor (bei Funktionsdecodern verstärkter Ausgang)
11Indexnicht belegt – Verpolschutz
12Schiene rechtsStromabnahme rechts (3-Leiter: Mittelschleifer)
13F0_rLicht hinten (Spitzensignal rückwärts)
14Schiene linksStromabnahme links (3-Leiter: Räder)
15LS_ALautsprecher A
16AUX1Ausgang 1, verstärkt, z. B. Schlusslicht rückwärts
17LS_BLautsprecher B
18AUX2Ausgang 2, verstärkt, z. B. Schlusslicht vorwärts
19AUX4Ausgang 4, verstärkt
20AUX5Ausgang 5, verstärkt
21AUX6Ausgang 6, verstärkt
22AUX7Ausgang 7, verstärkt
PluX22 nach NEM 658, Ausgabe 2025

21MTC-Belegung nach NEM 660

1GPIO_A2GPIO_B3AUX64AUX45ZBCLK6ZBDATA7F0_r8F0_f9LS_A10LS_B11Index22Schiene R21Schiene L20GND19Motor +18Motor −17AUX516U+15AUX114AUX213AUX312Vcc

GleisMotorLichtAusgang, verstärktLogikpegel / ZugbusLautsprecherVersorgungIndex

Schematische Anordnung der 22 Kontakte in zwei Reihen; Pin 11 fehlt als Verpolschutz. Bei der gedrehten Einbaulage ist die Belegung gespiegelt.

Adapterplatine 21MTC-Decoder neben einem Lokdecoder, schräge Ansicht
Unsere Adapterplatine 21MTC mit Decoder
PinAnschlussBedeutung
1GPIO_A / AUX7Sensoreingang A oder Ausgang 7 (Logikpegel)
2GPIO_B / AUX8Sensoreingang B oder Ausgang 8 (Logikpegel)
3AUX6Ausgang 6 (Logikpegel)
4AUX4Ausgang 4 (Logikpegel)
5ZBCLK / GPIO_CZugbus-Takt oder Ein-/Ausgang, z. B. Servo
6ZBDATA / GPIO_DZugbus-Daten oder Ein-/Ausgang
7F0_rLicht hinten, verstärkt
8F0_fLicht vorne, verstärkt
9LS_ALautsprecher A
10LS_BLautsprecher B
11Indexnicht belegt – Verpolschutz
12Vccinterne Decoderspannung (optional)
13AUX3Ausgang 3 (Logikpegel)
14AUX2Ausgang 2, verstärkt
15AUX1Ausgang 1, verstärkt
16U+Decoder-Plus, Anschluss Pufferkondensator
17AUX5Ausgang 5 (Logikpegel)
18Motor −Motor (Wechselstrommotor: Feldspule B)
19Motor +Motor (Wechselstrommotor: Feldspule A)
20GNDDecoder-Minus
21Schiene linksStromabnahme links (3-Leiter: Räder)
22Schiene rechtsStromabnahme rechts (3-Leiter: Mittelschleifer)
21MTC nach NEM 660, Ausgabe 2025

Worauf Sie beim Einbau achten sollten

Achtung Indexpin: Der fehlende Stift 11 muss zum verschlossenen Loch passen. Decoder nie mit Gewalt aufstecken – falsch herum gesteckt kann er beschädigt werden.

  • 21MTC: kompakt oder gedreht? Meist sitzt der Decoder mit der Buchse nach oben, die Stifte gehen durch die Decoderplatine hindurch. Manche Fahrzeuge nutzen die gedrehte Einbaulage – dann ist die Belegung gespiegelt. Im Zweifel hilft die Anleitung des Fahrzeugs.
  • 3-Leiter-Fahrzeuge: Der Mittelschleifer kommt an „Schiene rechts“, die Räder an „Schiene links“.
  • LEDs brauchen Vorwiderstände. Die Ausgänge schalten gegen Minus, die Spannung kommt von U+. Passende SMD-Widerstände 0603 haben wir im Shop.
  • Pufferkondensator nur an Cap+ (PluX) bzw. U+ (21MTC) und nach Decoderanleitung anschließen.
  • Ohne Decoder fährt ein Fahrzeug mit Schnittstelle nur mit Brückenstecker, der Gleis und Motor verbindet.

Praxistipp: Kleben Sie die Lötpads einer Adapterplatine nach dem Einbau mit Isolierband ab. So vermeiden Sie Kurzschlüsse mit dem Lokgehäuse und schützen den Decoder.

Keine Schnittstelle in der Lok? So rüsten Sie nach

Ältere Modelle haben oft keine Schnittstelle oder nur eine alte NEM-652-Buchse. Hier hilft eine Adapterplatine: Sie verlöten die Kabel der Lok einmal mit den beschrifteten Lötpads, danach stecken Sie den Decoder einfach auf – und können ihn später jederzeit tauschen. Die Einbauanleitungen finden Sie auf der Seite Anleitungen.

Adapterplatine PluX22-Decoder neben einem Lokdecoder

Adapterplatine PluX22

17 × 16 mm, alle 22 Kontakte als Lötpads, Decoder jederzeit tauschbar.

Adapterplatine 21MTC-Decoder neben einem Lokdecoder, schräge Ansicht

Adapterplatine 21MTC

13 × 15 mm, alle 21 Kontakte als Lötpads, Decoder jederzeit tauschbar.

Für eigene Schaltungen gibt es die PluX22-Buchse und den 21MTC-Stecker auch einzeln.

Häufige Fragen

Passt ein PluX16-Decoder in eine PluX22-Schnittstelle?

Ja, sofern der Platz reicht. PluX16 nutzt die mittleren Kontakte 3 bis 18; die zusätzlichen Ausgänge AUX4 bis AUX7 stehen dann nicht zur Verfügung.

Kann ich einen 21MTC-Decoder in eine PluX-Schnittstelle stecken?

Nein. Belegung und Steckverbinder sind verschieden: Bei 21MTC trägt der Decoder die Buchse, bei PluX die Stifte. Mit einer passenden Adapterplatine lässt sich die Lok aber auf die gewünschte Schnittstelle umrüsten.

Was bedeutet „verstärkter Ausgang“ und „Logikpegel“?

Ein verstärkter Ausgang schaltet Lampen, LEDs oder Rauchgeneratoren direkt. Ein Ausgang mit Logikpegel liefert nur ein Steuersignal (max. 0,5 mA) – dafür braucht es eine Verstärkerschaltung im Fahrzeug.

Welche Schnittstelle ist besser?

Keine ist grundsätzlich besser. Entscheidend ist, was im Fahrzeug eingebaut ist. Zum Nachrüsten ohne vorhandene Schnittstelle ist PluX22 oft praktischer, weil alle Ausgänge verstärkt sind; 21MTC eignet sich auch für Wechselstrommotoren.

Quellen: NEM 658 (PluX) und NEM 660 (21MTC), jeweils Ausgabe 2025, MOROP; RCN-121 und RCN-122, RailCommunity.